DEUTA Werke GmbH

Hintergrund

Die DEUTA Werke fertigen am Standort Bergisch Gladbach feinwerktechnische und elektronische Baugruppen und Geräte zur Ausstattung von Schienenfahrzeugen. Zu den Produkten zählen z.B. Sensoren für mechanische Größen, Anzeigegeräte und komplette Führerstands-Anzeigegeräte. Die Produktion ist in vier Inseln segmentiert, die Sensoren, Anzeigegeräte und elektronische Baugruppen fertigen sowie diese Komponenten montieren und integrieren. Die Produktion wird prozessorientiert gesteuert. Die einzelnen Arbeitsplätze sind spezifisch eingerichtet, um die Produkte nach Kundenwunsch fertigen und/oder prüfen zu können. Die Mitarbeiter sind in der Lage, an mehreren dieser Plätze an unterschiedlichen Produkten zu arbeiten.

Aufgabe

Erklärtes Ziel von DEUTA ist es, möglichst alle dem Kunden zugesagten Termine einhalten zu können. Der im Rahmen von Signal zu entwickelnde Prototyp einer Planungssoftware sollte zunächst vor allem diesem Ziel dienen. Weil das Unternehmen erst im Mai 2000 für eine Teilnahme an Signal gewonnen werden konnte, war ein sehr knappes Zeitbudget gegeben, das es optimal zu nutzen galt. Deshalb wurden die bei der Albert Ackermann GmbH & Co. KG gewonnenen Erkenntnisse in Abstimmung mit DEUTA in einem Vorgehensplan berücksichtigt, der klar definierte und überschaubare Teilschritte festlegte. Vorrang hatte danach zunächst die Erstellung eines validierten Modells, das für Terminprognosen geeignet sein sollte.

Durchführung

Die Struktur des Simulationsmodells zeigt die Prozesse in schematischer Darstellung (Abb. 1). Das Simulationsmodell ist hierarchisch aufgebaut, so dass sich die Prozesse durch Anklicken "öffnen" lassen und die Vielzahl von Modellelementen (Arbeitsplätze, Puffer, Methoden zur Steuerung) sichtbar wird. Dies ist in (Abb. 2) exemplarisch gezeigt. Die Simulation wurde angehalten und zeigt dann den momentanen Aufenthaltsort der symbolisch als "Kiste" dargestellten Aufträge.

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Abbildung 1: Schematische Darstellung der Prozesse bei DEUTA

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Abbildung 2: Detaildarstellung eines Prozesses

DEUTA verfügt über ein PPS-System, das eine Vielzahl der für die Simulation erforderlichen Daten bereithält. Das Unternehmen realisierte in kürzester Zeit eine Exportmöglichkeit für Auftragsdaten, Dienstpläne und Fertigungspläne. Zusätzlich zu den PPS-Daten berücksichtigt die Simulation die Qualifikation der Mitarbeiter. Diese Daten werden vom Planungssystem verwaltet, weil sie im PPS nicht zur Verfügung stehen.

Ergebnis

Der zum Probebetrieb bereitgestellte Prototyp von SIGNAL ging in seinen Leistungsmerkmalen weit über die Planungsaufgabe hinaus. Mitarbeiterzeiten und -qualifikationen sowie ein Wechsel von Mitarbeitern zwischen den einzelnen Inseln können in ihrer Auswirkung auf das Wochenergebnis untersucht werden. Die Ergebnisse der Simulation zeigen neben der reinen Machbarkeit die Auslastung der einzelnen Ressourcen und die Termintreue der einzelnen Aufträge. Die am Probebetrieb beteiligten Mitarbeiter haben eine gute Übereinstimmung der Auftragsdaten zwischen dem vorhandenen PPS-System und dem Simulationsmodell festgestellt. Als wesentlicher Unterschied der Simulation zum PPS-System wurde die Detaillierung der Mitarbeiter-Betrachtung im Bezug auf Arbeitszeiten der einzelnen Mitarbeiter und deren Qualifikation erkannt. Es konnten verschiedene Varianten der Wochenpläne getestet werden, um unterschiedliche Lösungen miteinander zu vergleichen. Insbesondere konnten die Mitarbeiterzeiten geplant werden.

Fazit

Es wurde den Gruppenleitern der verschiedenen Prozesse ein Planungstool zur Verfügung gestellt, mit dem diese in der Lage waren, ihren Wochenplan vorab zu simulieren und durch manuelle Parametervariationen zu optimieren.