Warenverteilzentrum - Investitionsprüfung


Hintergrund

Die Fa. Ackermann betreibt am Standort Gummersbach-Derschlag ein Warenverteilzentrum (WVZ). Dieses besteht aus einem Hochregallager für Paletten (3 Gassen) und Kästen (2 Gassen). Auf der einen Seite des Lagers findet der Wareneingang und der Umschlag mit der Produktion statt, während die andere Seite dem Warenausgang mit Kommissionierbereich dient. Der vorhandene Kommissionierbereich insbesondere dessen Palettenfördertechnik hat sich durch kontinuierliche Änderung im Bestellverhalten der Kunden zum Engpass entwickelt. Obwohl das Gesamt-Umschlagsvolumen keine große Änderung erfahren hat, gibt es wesentlich mehr aber dafür eben kleinere Aufträge. Dies erhöht den Aufwand der Kommissionierung. Zur Überwindung des Problems ist eine Umstrukturierung der Kommissionierzone konzipiert worden, die auch eine Investition von 2,5 Mio. DM für Fördertechnik vorsah. Die neue Anlage sollte eine Leistungssteigerung von ca. 50% gegenüber der bisherigen Lösung ermöglichen.

Aufgabe

Die neu geplante Fördertechnik sollte auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft werden.

Durchführung

Die Fa. Ackermann hat die erforderlichen Daten für Auftragsmix und damit die Belastung der Kommissionierzone und des Hochregallagers geliefert. Außerdem wurden die technischen Daten der Fördertechnik wie z.B. Längen der Förderstrecken, Geschwindigkeiten, Stillstandszeiten und Dauer der Drehungen zur Verfügung gestellt. Aus allen Informationen wurde ein Modell erstellt. Es erzeugt zum einen Kommissionieraufträge gemäß Auftragsmix-Vorgaben und simuliert deren Durchlauf in der Kommissionierzone. Zum anderen simuliert es die Fördertechnik sowohl für Paletten als auch für Kästen, die die Kommissionierplätze und damit die Aufträge beliefert. Das Modell besteht im Wesentlichen aus vier sogenannten Netzwerken, in denen die Auftragslogik und die Fördertechnik abgebildet ist.

Im Netzwerk „KastenKommi" wird die Kommissionierung aus Kästen abgebildet.

grafikvert1Abbildung 1: Netzwerk "KastenKommi"

Das Netzwerk „KastenTransport" simuliert die Fördertechnik für den Transport vorkommissionierter Kästen von den Kasten-Kommissionierplätzen zu den Paletten-Kommissionierplätzen. Dadurch werden Lieferungen, die aus dem Kastenlager und dem Palettenlager bedient werden müssen, zusammengeführt.

grafikvert2Abbildung 2: Netzwerk "KastenTransport"

Die Kommissionierung aus Paletten simuliert das Netzwerk „PalettenKommi".

grafikvert3Abbildung 3: Netzwerk "PalettenKommi"

Das Hauptnetzwerk verbindet die drei genannten Netzwerke bezüglich des Auftrags-durchlaufs.

grafikvert4Abbildung 4: Hauptnetzwerk

Mit dem entstandenen Modell wurden Simulationen durchgeführt und ausgewertet.

Ergebnis

Die Anwendung des Simulationsmodells machte offensichtlich, dass die Drehungen der Paletten einen Engpass darstellen, der die Leistungssteigerung auf ca. 15% Mehrleistung beschränkt. Durch unrealistische Beschleunigung der Drehung konnte aber auch gezeigt werden, dass die Regalbediengeräte der Leistungssteigerung bei 20% eine Grenze setzen.

Fazit

Mit 1% des geplanten Investitionsvolumens konnte eine Fehlinvestition verhindert werden.